Klimabewusstes Bauen zahlt sich beim KITA Neubau langfristig aus!

Die Gemeinde hat eine Studie beauftragt mit interessanten Ergebnissen:

  • Langfristig ist ein Passivhaus für die Gemeinde die günstigste Option.
  • Eine Photovoltaikanlage amortisiert sich bereits nach 7 Jahren. 
  • Eine Pelletheizung hat die höchsten Investitionen und die höchsten jährlichen Kosten.
  • Durch manuelle Fensterlüftung kann der erforderliche Temperaturkomfort nicht erreicht werden.

Zielsetzung

Die Gemeinde Kusterdingen hat im Vorfeld der Planungen zum KITA Neubau eine Energie- und Raumkonzeption von der Firma Drees & Sommer erstellen lassen. Mit dem Ziel eines möglichen Verzichts auf fossile Verbrennung am Standort wurden verschiedene Konzepte hinsichtlich Nutzerzufriedenheit, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz und CO2-Emissionen bewertet.

Raumklima

Das Raumklimakonzept vergleicht verschiedene Ansätze zum Heizen, Kühlen und Lüften und die Auswirkungen auf zu erwartende Zufriedenheit der Nutzer. Als angenehme Raumtemperatur wird im Winter 20°C bis 24°C und im Sommer 24°C bis 28°C betrachtet. Wenn dieser Temperaturbereich um mehr als 2°C über oder unterschritten (<18°C, >30°C) wird, ist mit hoher Unzufriedenheit zu rechnen. 

  • Bei reiner Pausenlüftung durch Fenster-Öffnen kommt es im Sommer zu Temperaturen von bis zu 35°C. Im Winter wird durch Lüftungsverluste eine Wärmemenge von 135 kWh pro m² und Jahr gebraucht. Das entspricht dem gesetzlichen Mindeststandard, ist aber nicht förderfähig und es ist hohe Unzufriedenheit zu erwarten.
  • Eine maschinelle Lüftung erfüllt die Anforderungen an einen hohen Komfort und ist förderfähig. Die Temperatur bleibt immer unter 30°C.  Durch die Wärmerückgewinnung im Winter und die automatische Lüftung nachts wird der Wärmebedarf auf 58 kWh pro m² und Jahr reduziert.

Energieversorgung

Das Energieversorgungskonzept vergleicht verschiedene Arten der Versorgung mit Wärme und elektrischer Energie.

Für die elektrische Energiegewinnung wird eine Photovoltaikanlage mit 31 kWp empfohlen. Bei einem Jahresertrag von 31.744 kWh (Eigennutzung 50%) amortisieren sich die Investitionskosten von ca. 32.000€ nach 7 Jahren.

  • Eine Pelletheizung erzeugt mit 27.200€ die höchsten jährlichen Kosten und hat die höchsten Investitionen (Platzbedarf + Lagerraum), ist bei lokalem Brennstoffbezug aber umweltfreundlicher.
  • Demgegenüber liegt eine Wärmepumpe bei jährlichen Kosten von 24.600€

Energiestandard

Der Energiestandard beschreibt die baulichen Maßnahmen. Neben dem gesetzlichen Mindeststandard (GEG) wurde auch der EG40-Standard und der Passivhausstandard bewertet. Die beiden letzten Optionen erfordern eine maschinelle Lüftung mit Wärmerückgewinnung (siehe oben). Im Folgenden wird von einer Wärmepumpe ausgegangen. Es ergeben sich folgende Unterschiede:

  • Ein GEG Gebäude hätte Wärmestromkosten von 11.058 € pro Jahr, bei einem EG40 Gebäude reduziert sich das auf 5.625 € und bei einem Passivhaus gar auf 1.960 €.
  • Die zusätzlichen Investitionskosten für das EG40 Gebäude betragen 353.000€ und für das Passivhaus 373.000€ (zusätzliche 20.000€). Diese beiden Versionen können staatlich gefördert werden. Die Förderhöhe wäre zum Stand der Erstellung des Exposees (3.11.2021) 560.000€ gewesen.

Zusammenfassung

Drees & Sommer kommen zu folgender Empfehlung:

Unter Abwägung verschiedener Bewertungskriterien, wie End- und Primärenergiebedarf, CO2-Belastung, Mehrinvestitionen, Fördermittelpotenzial sowie in Bezug auf die übergeordneten Projektziele, wird empfohlen mindestens den Effizienzgebäude-Standard EG40 umzusetzen. Der Passivhausstandard kann ebenfalls empfohlen werden, sofern ein hoher Maßstab gesetzt werden soll, allerdings ist die Planung und Ausführung sehr anspruchsvoll.

Nach Auskunft von Bürgermeister Soltau wurde durch den Kindergarten Bauausschuss beschlossen, dass der neue Kindergarten in der Hölderlinstraße den Passivhaus Standard erfüllen muss.

Anmerkungen:

  1. Bei diesen Informationen handelt es sind um das Ergebnis des Energiekonzeptes und die Basis im Sinne von „Leitplanken“ für die Ausschreibung. Die Ergebnisse sind nicht abschließend, Anpassungen und Optimierungen können sich im Rahmen von Verhandlungen ergeben. Die Zusammenfassung wurde von Josef Göppert auf Basis des Exposés von Drees & Sommer (Stand 03.11.2021) erstellt. Der Autor hat keinen Einblick in die Beschlusslage der Gemeinde.
  2. Die Fördermittel können erst beantragt werden, wenn eine konkrete Planung vorliegt. Aus diesem Grund wird sich die oben genannte Förderhöhe mit größer Wahrscheinlichkeit noch ändern. Genauere Aussage sind derzeit noch nicht möglich.
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One thought on “Klimabewusstes Bauen zahlt sich beim KITA Neubau langfristig aus!

  1. Das ist ein interessanter Artikel. Es scheint, dass die Verwaltung und der Gemeinderat bei dem Bau der neuen Kita höhere Maßstäbe an die Umweltverträglichkeit anlegt als beim Feuerwehrhaus und das ist gut so!

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