… in Deutschland jeden Tag 58 Hektar Land „verbraucht“ werden. Jede Sekunde werden ca. 2,61 m² versiegelt, etwa für den Straßenbau, oder etwa 1,31 m² überbaut. Das sind 85 Fußballfelder, die jeden Tag der Natur verloren gehen.

Das hat massive Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und das (Klein)klima:

  • Regenwasser kann nicht versickern und die Grundwasservorräte auffüllen. Dies kann langfristig zu Trinkwassermangel führen
  • bei starken Regenfällen kann die Kanalisation die oberflächlich abfließenden Wassermassen nicht fassen und es kommt zu örtlichen Überschwemmungen. Dabei kann auch Humus weggespült werden.
  • Das Kleinklima wird negativ beeinflusst: Versiegelte Böden können kein Wasser verdunsten und können so im Sommer nicht zur Kühlung der Luft beitragen. In den Steinwüsten dichtbebauter Städte herrschen im Sommer Backofentemperaturen, die für Alte und Kranke gefährlich werden können.
  • Pflanzen als Wasserverdunster und als Schattenspender können auf versiegelten Flächen nicht wachsen.
  • Wird Ackerboden überbaut, geht er für die Produktion von Lebensmitteln endgültig verloren, denn die natürliche Bodenfruchtbarkeit wird durch eine Versiegelung der Böden massiv beeinträchtigt. Die Bodenfauna geht zugrunde.
  • Straßen zerschneiden die Lebensräume von Tieren und Pflanzen.
  • Schließlich ist Bodenversiegelung nur schwer und mit hohen Kosten wieder zu beseitigen. Häufig bleiben Reste von Fremdstoffen (wie Beton- oder Asphaltbrocken, Kunststoffsplitter oder diverse Schadstoffe) im Boden zurück.

  • Die wirkungsvollste Maßnahme ist die Vermeidung weiterer Versiegelung und die Entsiegelung von versiegelten Flächen.
  • Wasserdurchlässige Beläge wählen. Auf Parkplätzen Rasengittersteine verlegen.
  • In Privatgärten auf Versiegelung möglichst verzichten und Schottergärten renaturieren.
  • Dachbegrünung oder Regenwasserzisternen reduzieren bei Starkregen die Überlastung der Kanalisation – und die Wasserkosten fürs Gießen.
  • Statt neuer Bebauung prüfen, ob eine Bestandserneuerung oder eine Aufstockung bestehender Gebäude oder eine Nachverdichtung möglich ist. Iinsgesamt ist große stadtplanerische Umsicht gefragt und ein Abrücken von kurzfristigen Einnahmen durch Grundstückverkauf, die langfristig Menschen, der Artenvielfalt und Klima schaden.

Übrigens: Die Bundesregierung hat sich im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zum Ziel gesetzt, die Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlung und Verkehr bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar zu drücken. Pro Tag wohlgemerkt.

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