… am vergangenen Mittwoch die 15. UN-Artenschutzkonferenz im kanadischen Montreal begonnen hat. Ähnlich wie bei der UN-Klimaschutzkonferenz in Paris 2015 sollen in Montreal große Ziele für den Artenschutz erreicht werden, um das rasante Artensterben zu stoppen. 30% der Land- und Meeresfläche sollen bis 2030 unter Schutz gestellt werden. Klimawandel und Artensterben sind zwei Seiten einer Medaille, die die menschliche Existenz auf diesem Planeten bedrohen. Lebensraumverlust durch Landwirtschaft, Städtebau, Bergbau, Übernutzung der natürlichen Ressourcen wie zum Beispiel Überfischung, Umweltverschmutzung, steigende Temperaturen und eingeschleppte Arten bedrohen die Artenvielfalt. Steigende Temperaturen führen zu vermehrter Wasserverdunstung, Flüsse, Auen, Feuchtgebiete werden trockener, wodurch viele Arten ihren Lebensraum verlieren. Versiegelung von Böden bedeutet weniger Versickerungsfläche, weniger Lebensraum und höhere Temperaturen. Intensive Landwirtschaft unter Pestizideinsatz vernichtet Insekten. Gedüngte Wiesen verlieren ihre Pflanzenvielfalt und der Lebensraum zahlreicher Arten geht dadurch verloren. Monokulturen in Land- und Fortwirtschaft gehen einher mit geringer Artenvielfalt. Der Amazonas-Regenwald ist nicht nur ein zentraler CO2-Speicher, sondern auch überaus artenreich. Unkontrollierte Abholzung hat fatale Konsequenzen sowohl für unser Klima als auch die Biodiverität. Korallen als besonders vielfältiger Unterwasserlebensraum sterben durch erhöhte Wassertemperaturen und Versauerung ab. Die Folge all dieser negativen Einflüsse ist, dass die Rote Liste mittlerweile fast 41.500 Tier- und Pflanzenarten in Bedrohungskategorien einstuft. Arten sterben mittlerweile in atemberaubender Geschwindigkeit aus. In unserem Bewusstsein ist besonders das Massensterben der Insekten als ein Indikator für die bedrohliche Reduzierung der Biodiversität auf unserem Planeten angekommen.

Angesichts der allumfassenden und globalen Bedrohung der Biodiversität erscheint es fast unmöglich, als einzelner Mensch irgendetwas bewirken zu wollen. Einiges gibt es aber doch:

-ein naturnaher Garten ohne Pestizide bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen.  Wasserdurchlässige, unversiegelte Flächen sorgen für ein günstiges Mikroklima. Regenwasser kann auf dem Grundstück gesammelt werden.

– unsere Streuobstwiesen sind wahre Schatztruhen. Helfen Sie mit, sie zu erhalten und zu schützen.
– ein sparsamer Umgang mit Ressourcen, auch im Kleinen, schützt das Klima und die Biodiversität. Energie und Wasser bewusst verwenden; Nahrungsmittel regional, saisonal, unverpackt kaufen und vollständig verwerten; Geräte reparieren statt neu kaufen; langlebige Kleidung, keine Fast Fashion kaufen; wo möglich, Rad und eigene Beine statt Auto benutzen; Flüge überdenken… über all das haben wir hier schon geschrieben.
– unser großzügiger Konsum- und Lebensstil hat Auswirkungen auf Umwelt und Klima: die Pro-Kopf-Wohnfläche beispielsweise liegt mittlerweile bei knapp 48 qm.
-Umweltverschmutzung durch Plastikmüll, Schwermetalle und Lösungsmittel verunreinigen Ozeane und vernichten marine Lebewesen. Die Wirkung von Mikroplastik, das durch den Verzehr von Meerestieren wieder in unseren Körper gelangt, ist noch kaum erforscht. Plastikvermeidung und sachgerechte Entsorgung problematischer Stoffe liegt im Handlungsbereich jedes Einzelnen. 

Foto: I. Gagstätter

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