Busumfrage auf den Härten: Gespräch mit Landratsamt und naldo

Am 15. April 2026 haben wir ein Gespräch mit Vertretern des Landratsamts Tübingen und des Verkehrsverbunds naldo geführt, um die Anliegen, die sich aus unserer Busumfrage auf den Härten ergeben haben, zu diskutieren und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Es war eine sehr offene Diskussion, die in einer angenehmen Atmosphäre stattgefunden hat. Dafür sind wir sehr dankbar.

In einem Eingangsstatement hat das Landratsamt darauf hingewiesen, dass die finanzielle Situation sehr schwierig sei und es sehr hart kämpfen müsse, um das Erreichte zu erhalten. Naldo wies daraufhin, dass insbesondere die Einführung des Deutschlandtickets das verfügbare Geld stark eingeschränkt hat.

Da wir in der zweistündigen Diskussion nicht alle Probleme, die sich aus der Umfrage ergeben haben diskutieren konnten, haben wir uns auf die folgenden von uns vorgeschlagenen Themenbereiche konzentriert.

1. Aushängeinformationen an den Haltestellen veraltet

Das Landratsamt weist darauf hin: dass die Busunternehmen für die Aushänge zuständig sind und man dürfe den Aufwand nicht unterschätzen, alle Bushaltestellen auf dem neuesten Stand zu halten. Die beste Hebelkraft würden Kundenmeldungen ergeben. Man sollte also Fehler oder fehlende Informationen an den Landkreis per Mail (oepnv@kreis-tuebingen.de) oder telefonisch (07071 207-4332) melden. Aus vielen Angaben aus der Umfrage ergibt sich, dass häufig Veränderung nicht umgesetzt werden. Daher muss man immer wieder melden, wenn sich nichts ändert und langen Atem haben. Das Landratsamt weiß immer nur das, was gemeldet wurde und sei an diesen Rückmeldungen sehr interessiert.

2. Nicht-funktionieren vom Display in Bussen vom SWEG, besonders Linie 7625

Wir übergeben exemplarisch eine Serie von Rückmeldungen aus denen hervorgeht, dass seit einem Jahr die Defekte an den Displays in einigen Bussen nicht behoben wurden und mit wechselnden Erklärungen auf die lange Bank geschoben werden. Das Landratsamt bestätigt, dass es manchmal mühsam sei, man müsse daher solche Beschwerden als Rückmeldungen (tönt positiver) immer wieder machen. Es wurde zugesagt, dass in diesem konkreten Fall die Defekte in Kürze behoben werden.

3. Position der Haltestellen in Wankheim-Walbenstraße, bzw. Pfarrhaus unklar

In der neuen App von naldo sind die Haltestellen nach Tübingen und nach Gomaringen auf der Karte richtig positioniert, aber aus den Schildern an den Haltestellen wird nicht klar in welche Richtung der Bus fährt und wo die Haltestelle für die Gegenrichtung steht. Naldo sagt, dass man das im System korrigieren will.  Wir weisen darauf hin, dass es wichtig ist, dass vor Ort klar ersichtlich gemacht wird, wo sich die entsprechende Haltestelle nach Tübingen bzw. nach Gomaringen befindet. Hier sagt der Landkreis zu, aktiv zu werden.

4. Kinder bis 14 Jahren sollten mit Erwachsenen gratis fahren

Naldo argumentiert, dass Kinder bis sechs Jahren gratis fahren und es schon viele Vergünstigungen gebe, wie Deutschlandticket und Schülermonatskarten, die alle hoch subventioniert sind. Dieses Geld fehle nun an anderer Stelle, z.B. beim Ausbau des Verkehrsangebots. Nach mehreren Anläufen sei es vor wenigen Jahren endlich gelungen, für ganz Baden-Württemberg eine einheitliche Kinderaltersgrenze einzuführen. Und da dies den Kunden sehr helfe, die Verbund- und den Landestarif zu verstehen, werde man an dieser Regelung nicht rütteln.

5. Wunsch nach kostenfreier Fahrt nach Tübingen am Samstag

Naldo stellt klar, dass die ticketfreien Samstage in Tübingen und Reutlingen von den Städten bezahlt werden und entsprechende Verträge mit dem Verbund geschlossen worden sind. Wolle das Kusterdingen auch, müsse dies die Gemeinde bezahlen. Und es sei wohl aktuell schwierig, dies in Zeiten knapper Kassen im Gemeinderat zu beschließen.

6. Wunsch nach direkter Verbindung von Jettenburg nach Tübingen

Antwort des Landratsamtes: So viele Leute wohnen gar nicht in Jettenburg, die diese Verbindung wünschen. Die große Schleife durch Kusterdingen, die der Bus 7611 fährt, lässt sich nicht einfach verkürzen, denn es gibt keine leichte Art, den Bus zu wenden. Alternativ könnte für den Bus X11 in der Nähe des Kreisverkehrs südlich von Jettenburg eine Haltestelle erstellt werden. Diese Lösung würde wohl an der Rentabilität scheitern, da die Kosten für die neue Infrastruktur zu hoch sind.

Insbesondere wissen wir zurzeit nicht, wie viele Schüler und Schülerinnen von Jettenburg nach Tübingen fahren wollen.

Im Rückblick war es ein nützliches Gespräch, das die Problematik verdeutlicht hat. Man darf nicht zu viel auf einmal erwarten. Es geht nur in kleinen Schritten, die man aber hartnäckig voranbringen muss. Im Vergleich zu vor 5 Jahren ist die Taktung sehr viel besser geworden und die Busse werden deutlich häufiger genutzt.

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