Kundgebung „Lieber Demokratie!“ am 28.02.2026:
Eine Woche vor der Landtagswahl am 8. März haben über 200 Bürgerinnen und Bürger auf Einladung des Initiativkreises „Mensch Sein auf den Härten“ ein kraftvolles Zeichen für Demokratie, Grundrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt gesetzt. Unter dem Titel „Lieber Demokratie!“ versammelten sich die Teilnehmenden um 17 Uhr am Café Miteinander in der Oberen Straße in Wankheim, um gemeinsam für die Grundwerte einzustehen, die das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens bilden.
Bereits zum Auftakt verlieh die Trommelgruppe Batteria Bacana der Kundgebung mit eindrucksvollen Rhythmen eine kraftvolle und verbindende Atmosphäre. Im Anschluss begrüßte Susanne Blessing als Vertreterin des Initiativkreises die Anwesenden und würdigte deren Engagement: „Demokratie lebt von Menschen, die sich einbringen, die Haltung zeigen und sich füreinander einsetzen. Ihr Kommen heute ist ein starkes Zeichen für unsere gemeinsame Verantwortung.“ Sie dankte allen Teilnehmenden für ihre Unterstützung und ihren Einsatz für die Demokratie.
In einer verlesenen Ansprache des Kusterdinger Bürgermeisters Dr. Jürgen Soltau, der krankheitsbedingt nicht persönlich teilnehmen konnte, betonte dieser die zentrale Bedeutung der Demokratie für Frieden, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Wahrung der Grundrechte aller Menschen – unabhängig von Herkunft, Alter, Religion oder sexueller Identität. Er hob hervor, wie wichtig es sei, miteinander im Gespräch zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und die demokratischen Werte aktiv zu schützen. Sein besonderer Dank galt allen Anwesenden, die mit ihrer Teilnahme an der Kundgebung ein klares Zeichen setzen und sich zu einer offenen und demokratischen Gesellschaft bekennen.
Weitere Redebeiträge machten deutlich, wie vielfältig die Perspektiven und Beweggründe für demokratisches Engagement sind. Wilfried Schmid von der Firma SON Nabendynamo unterstrich die Bedeutung von Vielfalt und Diversität als Grundlage für Innovation, wirtschaftlichen Erfolg und ein respektvolles Miteinander im Arbeitsleben. Alfred Frohn, Krankenpfleger und Pflegepädagoge, berichtete eindrücklich von den Rassismuserfahrungen vieler Auszubildender in Pflegeberufen und machte deutlich, dass unsere Gesellschaft und insbesondere das Gesundheitssystem auf ihre Arbeit angewiesen sind – und auf eine Kultur des Respekts und der Anerkennung.
Mit klaren und bewegenden Worten brachten Philipp Tietze und Hannes Kipke, Schüler des Evangelischen Blaulach-Gymnasiums, die Perspektive junger Menschen ein. Sie betonten, dass Demokratie im Alltag verteidigt werden müsse – im persönlichen Umgang, in Gesprächen und durch Bildung, die Menschlichkeit und kritisches Denken stärkt. Sie machten deutlich, dass autoritäres Denken und die Aushöhlung von Grundrechten nicht abstrakt sind, sondern das unmittelbare Lebensumfeld und die Zukunft junger Menschen betreffen.
Musikalisch begleitet wurde die Kundgebung von Birgit und Dieter Stoll sowie von Maxi Bürkle und Bernd Siegele, während Ursula Binder mit einem Gedicht von HannsDieter Hüsch einen nachdenklichen und verbindenden kulturellen Impuls setzte.
Die Atmosphäre der Kundgebung war geprägt von Offenheit, Zuversicht und gegenseitiger Ermutigung. Viele Teilnehmende blieben im Anschluss noch vor Ort, kamen bei Brezeln und Getränken miteinander ins Gespräch und nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Diese Begegnungen machten deutlich, was Demokratie im Kern ausmacht: das Zuhören, das Gespräch und die gemeinsame Verantwortung für unser Zusammenleben.
Zum Abschluss der Kundgebung verteilte der Initiativkreis Lampions an die Teilnehmenden. Viele Menschen – darunter zahlreiche Kinder – trugen das Licht mit nach Hause. Als leuchtendes Symbol erinnert es daran, dass Demokratie von jedem Einzelnen getragen wird: durch Aufmerksamkeit, durch Engagement und durch den Mut, auch im Alltag für Menschenwürde, Freiheit und Zusammenhalt einzustehen.
Der Initiativkreis „Mensch Sein auf den Härten“ bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für ihr Kommen und ihr vielfältiges Engagement – im Großen wie im Kleinen. Die große Beteiligung und die spürbare Entschlossenheit zeigen: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine gemeinsame Aufgabe. Und sie lebt von Menschen, die bereit sind, für sie einzustehen.
Daniel Kemmler (Text), Axel Promies (Fotos)




